Statement: rdp unterstützt Aufarbeitung und stärkt Prävention

Der Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände e.V. (rdp) unterstützt ausdrücklich die aktuellen Aufarbeitungsprozesse, die innerhalb der Mitgliedsverbände stattfinden. Die umfassende und transparente Aufarbeitung von sexualisierter und spiritueller Gewalt ist für den rdp ein zentraler Bestandteil von verantwortungsvoller Verbandsarbeit.

In Zusammenarbeit mit unabhängigen Forschungsverbänden haben inzwischen drei Mitgliedsverbände des Rings – der Bund deutscher Pfadfinder*innen (BdP), die Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG) und der Verband Christlicher Pfadfinder*innen (VCP) – eine Studie in Auftrag gegeben und die Ergebnisse im Rahmen eigener Pressekonferenzen der Öffentlichkeit präsentiert.

Der rdp hält es für einen wichtigen und richtigen Schritt, dass die Mitgliedsverbände die sexualisierte und spirituelle Gewalt, die im Kontext ihrer Verbandsarbeit geschehen ist, unabhängig aufarbeiten lassen. Dem Leid der Betroffenen den Raum zu geben, der ihnen zusteht sowie die transparente Darstellung der Strukturen, die diese Taten begünstigen, sind wichtige Schritte, um Verantwortung zu übernehmen, Perspektiven und Stimmen von Betroffenen sichtbar zu machen und strukturelle Veränderungen nachhaltig zu verankern.

„Wir begleiten die Aufarbeitungsprozesse unserer Mitgliedsverbände genau, tauschen uns aus und arbeiten gezielt daran, gemeinsam aus den Geschehnissen zu lernen“, sagt Celine Leonartz aus dem rdp-Vorstand. Gemeinsam werde nun als Ring daran gearbeitet, notwendige strukturelle Veränderungen anzustoßen und diese langfristig und nachhaltig zu verändern: „Kinder- und Jugendschutz muss dauerhaft gestärkt werden.“

Dem rdp ist bewusst, dass Übergriffe häufig im Nahbereich und durch vertraute Personen geschehen. Auch Jugendverbände und ehrenamtliche Strukturen sind Nahbereiche und davor nicht geschützt. Deshalb werden Leiter*innen in den Verbänden geschult und Handreichungen bereitgestellt. Bereits vor den aktuellen Veröffentlichungen der Studien hat der rdp beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu gründen, deren Hauptaufgabe es sein wird, ein eigenes allgemeines Schutzkonzept für den rdp zu erarbeiten. Dies schließt zudem Prävention, Intervention und Awareness auf Veranstaltungen und darüber hinaus ein.

Wenn du selbst betroffen bist, du etwas erlebt hast, das dich belastet oder du jemanden zum Sprechen brauchst – du bist nicht alleine. In unseren Mitgliedsverbänden gibt es Ansprechpersonen und/oder Arbeitskreise, an die du dich vertrauensvoll wenden kannst. Alle Informationen gibt es hier: 

Im Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände (rdp) sind die fünf weltweit anerkannten deutschen Pfadfinder*innenverbände - der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP), der Bund Muslimischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder Deutschlands (BMPPD), die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) und der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) -  organisiert. Der rdp vertritt die gemeinsamen Interessen der Mitgliedsverbände mit rund 170.000 Mitgliedern im jugendpolitischen Bereich und gibt Kindern und Jugendlichen eine Stimme in Politik und Gesellschaft.

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