Gegen sexualisierte Gewalt

Unsere Verbände setzen sich mit Nachdruck dafür ein, dass Kinder und Jugendliche bei uns einen sicheren Ort finden, an dem sie ernst genommen, wertgeschätzt und geschützt werden. Junge Menschen sollen sich bei unseren Angeboten frei entfalten, Gemeinschaft erleben und Vertrauen aufbauen können. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass Grenzverletzungen und Übergriffe leider häufig im nahen sozialen Nahfeld stattfinden und oftmals durch vertraute Personen verübt werden. Auch Jugendverbände und ehrenamtliche Strukturen sind Nahbereiche und davor nicht geschützt. Diese Realität erkennen wir an und begegnen ihr Wachsam, mit Verantwortung und klaren Maßnahmen.

Der Schutz vor sexualisierter Gewalt ist für uns kein Randthema, sondern zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir verstehen Kinder- und Jugendschutz als unsere dauerhafte Aufgabe, die Aufmerksamkeit, Sensibilität und kontinuierliche Weiterentwicklung erfordert. Unsere Leiter*innen und Verantwortlichen werden in ihren Verbänden gezielt zu Kinder- und Jugendschutz, Formen sexualisierter Gewalt, Grenzachtung, Nähe und Distanz sowie zu Interventionsmöglichkeiten geschult. Dabei vermitteln die Verbände nicht nur theoretisches Wissen, sondern arbeiten praxisnah an Fallbeispielen, Handlungsleitfäden und konkreter Handlungssicherheit im Alltag.

Die Verbände stellen ihren Ehrenamtlichen Materialien, Leitlinien und Verhaltenskodizes zur Verfügung, die Orientierung geben und klare Standards innerhalb der Verbände definieren. Dazu gehören transparente Beschwerdewege, benannte Ansprechpersonen sowie verbindliche Schutzkonzepte in den Verbänden. So sollen alle Beteiligten darin gestärkt werden, aufmerksam hinzuschauen, Situationen sensibel einzuordnen und im Zweifel konsequent zu handeln, Hilfe zu holen und Unterstützung anzubieten. Dabei ist wichtig: Niemand muss allein entscheiden oder handeln. Verantwortung wird gemeinsam getragen.

Prävention bedeutet für uns weit mehr, als „nur die ganz schlimmen Fälle zu verhindern“. Prävention beginnt im Alltag. Sie zeigt sich in einer Haltung des Respekts, der Achtsamkeit und der Wertschätzung. Es geht darum, Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren – sowohl körperliche als auch emotionale und auch darum, Kindern und Jugendlichen Mitbestimmung zu ermöglichen, ihre Rechte zu stärken und sie zu ermutigen, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu äußern. Wer lernt, dass die eigene Stimme zählt, ist besser geschützt.

Gemeinsam wollen wir eine Kultur des Hinsehens und der Verantwortung schaffen, in der Gewalt keinen Platz findet. Eine Kultur, in der Vertrauen wachsen kann, weil Transparenz, Respekt und gegenseitige Achtung selbstverständlich sind. Daran arbeiten wir kontinuierlich – mit Engagement, mit Fachlichkeit und mit der klaren Haltung: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat für uns oberste Priorität.

Unter den folgenden Links findet ihr weitere Informationen zur Präventionsarbeit unserer Mitgliedsverbände.

Aufarbeitung in den Verbänden

In den vergangenen Jahren haben drei Mitgliedsverbände mit umfassenden Aufarbeitungsprozessen von sexualisierter (und spiritueller) Gewalt begonnen. Im Februar 2024 stellte der BdP (Bund der Pfadfinder*innen) den Abschlussbericht einer unabhängigen Untersuchung durch das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) im Rahmen einer Pressekonferenz vor.

Der VCP (Verband Christlicher Pfadfinder*innen) verkündete im Januar 2024, die unabhängigen Forschungsinstitute Dissens – Institut für Bildung und Forschung e. V. und das Institut für Praxisforschung und Projektberatung beauftragt zu haben, mögliche Fälle von sexualisierter Gewalt und die dafür verantwortlichen Strukturen im VCP zwischen den Jahren 1973 und 2020 aufzuarbeiten. Die Ergebnisse dieser Aufarbeitungsstudie wurden im Januar 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlicht.

Die DPSG (Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg) startete den Aufarbeitungsprozess innerhalb des Verbandes Ende 2023. Ein Forschungsteam der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Lieblig-Universität Gießen untersuchten das Vorkommen, die Hintergründe sexualisierter (und spiritueller) Gewalt sowie den (strukturellen) Umgang damit in der DPSG. Im Februar wurden die Ergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

rdp gründet Arbeitsgruppe für Kinder- und Jugendschutz

Auf der Ringversammlung II/25 wurde beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu gründen, deren Hauptaufgabe die Entwicklung eines allgemeinen Schutzkonzepts für den rdp sein wird. Dies schließt zudem Prävention, Intervention und Awareness auf Veranstaltungen und darüber hinaus ein. Ziel ist unter anderem auch, die Definition verbindlicher Standards für die Teilnahme an rdp-Veranstaltungen (z.B. Umfang und Gültigkeit von Präventionsschulungen, Prozess zur Einsichtnahme in erweiterte Führungszeugnisse, Verhaltenskodex etc.).

Aufarbeitung

Mitgliedsverbände stellen Studienergebnisse vor

Mehr ...

Prävention

rdp diskutieren beim DJHT über die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt

Mehr ...

Über uns
Pfadfinden
Internationales
Jugendpolitik
Weiteres